9. Mai 2019

GmbH Gesellschaftszweck / Unternehmensgegenstand: Fleischer Geschichte Regionale Verbreitung der Bezeichnungen Persönliche Ausstattung des Fleischers Ausbildung Weiterbildungsmöglichkeiten Navigationsmenü aus Bremen

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Dieser Artikel behandelt den Beruf. Zum Familiennamen siehe Fleischer (Familienname), für weitere Bedeutungen siehe Fleischer (Begriffsklärung).

Metzgermeister ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Siehe auch: Der Metzgermeister : Deutscher Fleischer-Kurier

Herstellung von Leberwurst in Berlin (1948)
Metzgermeister und Geselle bei der Schlachtung, Stich von Jost Amman, 16. Jh.
Fleischer-Statue auf einer Hausecke in Rothenburg ob der Tauber

Der Fleischer (üblich in Mittel- und Ostdeutschland), auch Metzger (Süd- und Südwestdeutschland, Nordrhein-Westfalen, Schweiz, Westösterreich), Schlachter, Schlächter und Küter (Norddeutschland) sowie Fleischhauer und Fleischhacker (Österreich), ist ein alter Handwerksberuf.[1] Fleischer beschäftigen sich mit der Schlachtung und mit der Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren, sie arbeiten in Schlachthöfen und in Fleischereien.

Inhaltsverzeichnis

1 Geschichte
2 Regionale Verbreitung der Bezeichnungen
3 Persönliche Ausstattung des Fleischers
4 Ausbildung

4.1 Deutschland
4.2 Österreich
4.3 Schweiz

5 Weiterbildungsmöglichkeiten

5.1 Deutschland
5.2 Schweiz

6 Siehe auch
7 Literatur
8 Weblinks
9 Einzelnachweise

Geschichte

Erste Nachweise über diese Tätigkeiten finden sich bei den Galliern, die Wurst herstellten.

In Norddeutschland wurden im Mittelalter die in Zünften oder Gilden organisierten Fleischer, die das Fleisch verarbeiteten und verkauften, als Knochenhauer bezeichnet. In vielen Städten, etwa in Bremen oder Hannover gibt es noch den Straßennamen Knochenhauergasse und Knochenhauerstraße, in Hildesheim das Knochenhaueramtshaus. Die für das Schlachten zuständigen Handwerker wurden Küter genannt (vgl. Küterstraße in Kiel, Kütertor in Kiel, Lübeck, Stralsund, Rostock), da sie als Lohn Eingeweide (mnd. küt) und Kopf der Tiere erhielten.[2] Zu den traditionellen Fleischmärkten zählte die Fleischhalle Zürich.

Das Berufsbild des Fleischers hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. An Stelle des Schlachtens ist heute die Veredelung von Fleisch getreten. Durch diese Wandlung des Berufs und die damit verbundene Konzentration auf wenige Schlachtstätten ist die noch bis in die 1970er Jahre übliche Verarbeitung von schlachtwarmem Fleisch zur Herstellung von Brühwurst fast nicht mehr möglich. Für diese ist eine enge Verzahnung zwischen Schlachtung und Verarbeitung notwendig, da das Fleisch innerhalb von zwölf Stunden entbeint, ausgesucht und verarbeitet werden muss.

Regionale Verbreitung der Bezeichnungen

Die Bezeichnung Fleischer wurde 1966 zum alleinigen Namen des Handwerks in Deutschland, jedoch hat er die weiträumig fest etablierten Bezeichnungen Metzger, Schlachter und Fleischhacker nicht verdrängen können. Vor allem im Südwesten und Süden Deutschlands sowie in der Schweiz ist Metzger die vorherrschende Bezeichnung geblieben. In Ostdeutschland wird der Beruf als Fleischer, in einigen Gegenden auch als Metzger bezeichnet. Im Norden des deutschen Sprachgebietes wird der Fleischer als Schlachter (gelegentlich auch Schlächter) bezeichnet; in Österreich stellen Fleischhauer und Fleischhacker die gebräuchlichsten Varianten.[3] Die historischen Varianten Knochenhauer oder süddeutsch Metzler sind dagegen beinahe ausgestorben.[4]

Persönliche Ausstattung des Fleischers

Persönliche Ausrüstung und Schutzkleidung des Fleischers

weiße Gummistiefel
lange, wasserundurchlässige Schürze (Schlachterschürze)
Metzgerkittel (Fleischerjacke)
weiße Kopfbedeckung, Schiffchen, Mütze,
in Schlachthöfen auch Schutzhelm
Messerköcher, Messertasche

Schlachtmesser
Stechmesser
Häutemesser
Wetzstahl
Kettenhemd und -handschuh

Während der Arbeit beim Schlachten trägt der Fleischer seine Messer immer griffbereit und sicher untergebracht im Messerköcher am Gürtel umgeschnallt bei sich. Auch der Wetzstahl ist am Gürtel eingehängt und immer griffbereit.

Fleischereiprodukte auf einem Gemälde von Pieter Aertsen

Zunftlade, Märkisches Museum Berlin

Innungszeichen auf einer alten Kiste

Zunftwappen

Zunftwappen

Ausbildung

Deutschland

Die Ausbildung zum/zur Fleischer/in dauert drei Jahre.

Pflichtqualifikationen

Zerlegen
Herstellen von Brüh- und Rohwurst
usw.

Wahlqualifikation Es müssen zwei gewählt werden, davon mindestens eine aus den Nummern 1 bis 3[5]

Schlachten
Herstellen besonderer Fleisch- und Wurstwaren
Herstellen von Gerichten
Veranstaltungsservice
Kundenberatung und Verkauf
Verpacken von Produkten

Österreich

Die Ausbildung zum/zur Fleischverarbeiter/in dauert drei Jahre.
Die Ausbildung zum/zur Fleischverkäufer/in dauert drei Jahre.

Schweiz

Die Ausbildung zum/zur Fleischfachmann/frau EFZ dauert drei Jahre.

Die Schwerpunkte sind Fleischgewinnung, Fleischverarbeitung und Fleischveredelung.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Deutschland

Spezialisierung
Fleischzerleger/in
Geflügelfleischer/in
Aufstiegsfortbildung
Fleischermeister/in[6]
Techniker/in – Lebensmitteltechnik (Fleischereitechnik)[7]
Fleischtechnologie (Dipl.-Ing. Lebensmitteltechnologie)

Schweiz

Spezialisierung
Räucherei, Salzerei, Wursterei, Einkauf, Verkauf, Traiteurgeschäft, Party-Service
Fleischsommelier
Lehrabschlussprüfung (LAP)
Fleischfachmann/Fleischfachfrau mit eidg. Fähigkeitszeugnis
Lebensmitteltechnologe/-login mit eidg. Fachausweis
Höhere Berufsprüfung (HBP)
Metzgermeister/in
Höhere Fachhochschule
Dipl.-Lebensmitteltechnologe/in FH, Fachrichtung Fleischwirtschaft

Siehe auch

Deutsches Fleischermuseum
Pferdemetzger
Schlachtung
Metzgermuseum in Büdingen
Metzgerpost

Literatur

Georg Wenger: Die Chemie und Technik im Fleischer-Gewerbe. (= Hartlebens Chemisch-technische Bibliothek, Band 231). A. Hartleben’s Verlag, Wien 1898 DNB 363049711
Bernhard Gahm: Hausschlachten – Schlachten, Zerlegen, Wursten. 5., Auflage, Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5555-2.

Weblinks

 Commons: Fleischer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Deutschland:

Deutscher Fleischer-Verband e.V.
Fleischer im Berufenet der Bundesagentur für Arbeit

Österreich:

Berufs- und Brancheninfos der Wirtschaftskammer Österreich
Berufsbeschreibung BIC

Schweiz:

Eintrag im schweizerischen Informationsportal zur Berufsberatung
Eintrag beim SBFI

Einzelnachweise

↑ Verbreitung (Germanistik der Phil.-Hist. Fak. Augsburg)

↑ Alfred Schönfeldt: Räumliche und historische Bezeichnungsschichten in der deutschen Synonymik des Schlächters und Fleischers, Marburg 1962, DNB 481299564 (Dissertation Universität Marburg 1962, 164 Seiten), S. 78.

↑ Eine Karte zur Verbreitung der verschiedenen Benennungen im deutschen Sprachraum (basierend auf der Dissertation von Alfred Schönfeldt) findet sich in Werner König: dtv-Atlas Deutsche Sprache. 15., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005, S. 196. ISBN 3-423-03025-9.

↑ „Zweite Runde – Metzger“, Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA), Phil.-Hist. Fakultät, Universität Augsburg, 10. November 2005.

↑ https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/fleiausbv_2005/gesamt.pdf

↑ http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=3677

↑ http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=5873

Normdaten (Sachbegriff): GND: 4017473-6 (AKS)

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Kategorien: HandwerksberufBeruf (Lebensmittelherstellung und -verarbeitung)AusbildungsberufFleischwirtschaftFleischerEinzelhandel mit Fleisch und Fleischwaren

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